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Papageien – Willkommen im neuen Zuhause

 

Wenn Sie das sagen können, haben Sie sich nach gründlicher Recherche für einen Papageien als neuen Familienzuwachs entschieden. Sie haben sich auf diesen Moment schon lange gefreut. Endlich ist es so weit. Alles sollte so laufen, wie Sie es in der Fachliteratur gelesen und vorbereitet haben:

 

  • Einen zugfreien Standort der entsprechend, großen Voliere gewählt. Mit zwei Seiten an einer Wand und weit entfernt vom Fernseher. Aber bitte nicht in einem unbenutzten Raum, da Papageien im Geschehen involviert sein wollen.
  • Frisches Wasser und gewohntes Futter, das bisher auch gefüttert wurde. Dieses nahe der Käfigtüre bereitgestellt. Sie sollen nicht bis ins hinterste Eck zum neu Befüllen.
  • Die Voliere mit Leckerlis und viel Spielzeug zum Beschäftigen ausgestattet.
  • Die Kinder und den Hund instruiert leise zu sein, sich in Geduld zu üben und keine hektischen Bewegungen zu machen.
  • Sich eine Urlaubswoche eingetragen, um sich ganz den Neuankömmlingen widmen zu können.

 

Und doch werden Sie sich dabei ertappen, dass Sie enttäuscht sind, wenn die Vögel in eine Ecke gedrückt dasitzen. Sie mit großen, angsterfüllten Augen ihre neue Umgebung mustern.

Lassen Sie die neuen Familienmitglieder in Ruhe ankommen

 

Auch wenn es schwerfällt und Sie dem Drang einer Zuneigungsbekundung in Form einer Streicheleinheit kaum widerstehen können. Bedenken Sie, dass Papageien Fluchttiere sind und Sie zuerst einmal in ihren Augen der Feind sind.

Das Vertrauen der Tiere müssen Sie sich erarbeiten. Dies funktioniert am ehesten mit Zurückhaltung Ihrerseits. Die Eingewöhnungsphase kann unterschiedlich lange dauern. Dies ist abhängig vom Alter, den vorherigen Haltungsbedingungen und der Papageienart. Wichtig ist, dass Sie nichts erzwingen wollen und beiden Seiten die Zeit geben. Dies braucht es, um das Vertrauen in der Beziehung aufzubauen.

 

° Begnügen Sie sich die erste Zeit mit der Beobachtung der Vögel. Sie werden erstaunt sein, wie viel Sie dadurch über sie lernen und erfahren können. Nur wer seine Vögel gut kennt, kann in verschiedenen Situationen richtig reagieren.

° Halten Sie einen Tagesrhythmus ein. Füttern Sie zur selben Zeit. Misten Sie den Käfig zum selben Zeitpunkt aus. Beschäftigen Sie sich immer zu einem bestimmten Zeitpunkt mit den Vögeln. Planen Sie den Freiflug ebenfalls fest ein. Diese Fixpunkte geben den Papageien Sicherheit und helfen ihnen bei der Eingewöhnung.

° Sprechen Sie leise und beruhigend mit ihnen. Sie sollen sich an den Klang Ihrer Stimme gewöhnen. Wenn sich die Papageien nicht bedroht fühlen, werden sie sich bald interessiert zeigen. Sie werden ihre Umgebung mit ersten Schritten erkunden.

Papageien zusammenführen

 

Sie haben sich entschieden einen Partner für Ihren Papagei anzuschaffen. Sie sollten das neue Tier zuerst Ihrem Tierarzt vorstellen. Dann eine gewisse Zeit in Quarantäne halten.

Hat der Tierarzt die Gesundheit bescheinigt, steht einer Zusammenführung nichts mehr im Wege.

Haben Sie die Möglichkeit eine zweite Voliere nahe der eigentlichen aufzustellen?  Die Papageien sollten sich erst einmal begutachten können. Oder Sie stellen einen kleineren Käfig mit dem alt eingesessenen Vogel in die Voliere. Der „Neue“ sollte ungestört sein neues Zuhause inspizieren können.

Zeigen beide keine Aggression gegeneinander, können Sie es wagen die Papageien zusammen zu lassen. Wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen und bei den Tieren bleiben. Sie sollten jederzeit eingreifen können, wenn die Vögel ein Abwehrverhalten zeigen.

Beobachten Sie, ob der Zuwachs auch zum Futter darf und Zeit zum Entspannen hat. Sehen Sie den ersten Sozialkontakt, wie zum Beispiel das gegenseitige Gefiederputzen, stehen die Chancen für ein harmonisches Zusammenleben gut.

Nach der Eingewöhnungsphase

 

PapageienHaben die Papageien ihren Tagesablauf erst einmal kennengelernt und wissen, wo sie ihr Futter finden, sollten Sie ihrem Bewegungsdrang gerecht werden und ihnen die Möglichkeit zum Freiflug anbieten.

Öffnen Sie ihnen die Türe und geben Sie ihnen Zeit und Raum, damit sie von alleine den Käfig verlassen können.

Wenn sie das Zimmer erkunden dürfen, sollten andere Haustiere nicht im Raum sein. Es darf keine Hetzsituation entstehen. Bleiben Sie bei den Papageien und beobachten Sie, was sie tun.

Die Tiere werden Sie auf mögliche Gefahrenquellen aufmerksam machen. Gefahrenquellen an die sie selbst gar nicht gedacht hätten. Sie werden Sachen finden und zum Spielen nutzen, von denen Sie gar nicht gewusst haben, dass Sie sie in diesem Raum aufbewahrt haben.

Geben sie frisches Futter und besondere Leckereien in die Voliere. Dies um die Papageien wieder in ihren Käfig zurück zu locken. Mit dieser Methode wird die Heimkehr vom Freiflug zu einem stressfreien Erlebnis für beide Seiten.

Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und viel Liebe werden Sie es schaffen, aus den verängstigten Neuankömmlingen aufgeweckte Familienmitglieder zu machen. Die werden Ihnen viele Jahre voll Spaß und Zuneigung bescheren.